Allen Leserinnen und Lesern unseres Weblogs ein frohes neues Jahr!
Zum Start für 2010 erlaube ich mir eine persönliche Betrachtung: Ich wundere mich, ja ärgere mich zuweilen über die Rückblicke auf die „Nuller-Jahre". Das liegt nicht an diesem etwas eigenartigen Begriff sondern über den dort herrschenden Konsens, dass so gut wie alles schlechter geworden ist. Sven Gächter schreibt im profil-Rückblick über das vergangene Jahrzehnt: „Über das erste Jahrzehnt des 21. Jahrhunderts kann man zweifelsfrei nur so viel mit Sicherheit sagen, dass es nun zu Ende geht, was angesichts der bleibenden Schäden, die es hinterlässt, wenig tröstlich erscheint."
Sicher: Terror(gefahr), Kriege und Nöte in Afghanistan, dem Irak und anderswo auf der Welt, die Finanz- und Wirtschaftskrise (die sich in Österreich allerdings nicht in den Weihnachtseinkäufen niedergeschlagen hat, was auch immer das bedeuten mag) und viele andere Ereignisse machen einen Rückblick nicht zu einer lustigen Angelegenheit.
Aber wurde wirklich alles schlechter? Ein (nicht den Anspruch auf geschichtliche Vollständigkeit erhebende) Blick in die 1990er: Im Völkermord in Ruanda verlieren 100.000 Menschen ihr Leben. Die Geburt von Dolly, dem ersten geklonten Schaf, wird zum Dammbruch für die Selbstvernichtung der Menschheit hochstilisiert. Die Jugoslawien-Kriege machen Hunderttausende zu Vertriebenen. Attentate auf das World Trade Center in New York und deutsche Politiker sorgen für Verunsicherung. Auf einer anderen Ebene sehen manche im Aufkommen von Reality-Shows jeglichen Anstand und Respekt vor Mitmenschen für immer verloren.
Ist auf der anderen Seite neben den zahlreichen schlechten Dingen niemandem aufgefallen, dass im vergangenen Jahrzehnt mit der Ostererweiterung der Europäischen Union die Trennung eines ganzen Kontinents nach dem 2. Weltkrieg überwunden wurde? Dass das Internet nicht nur große Wertschöpfung, sondern auch Ausdrucksformen ungeahnter Vielfalt und Partizipations- und Protestmöglichkeiten (Moldawien! Iran! Uni-Proteste!) gebracht hat, die eine demokratische Gesellschaft stärken? Dass es keine militärischen Auseinandersetzungen vor unserer Haustüre gab und man nicht einmal Angst davor haben musste?
Ich bin kein Historiker aber mir scheint: Die Welt hat sich in den 2000er-Jahren nicht vom Paradies in die Hölle verwandelt. Denn: Wenn sie jetzt schlecht ist, war sie es früher auch schon.
Kürzlich bin ich per E-Mail gefragt worden, was denn aus meiner Sicht zu beachten wäre, wenn die Jugend einer Pfarrgemeinde den Schritt auf Facebook wagen möchte. Nachdem schon einige Minuten an einer Antwort gearbeitet hatte, habe ich mich doch entschlossen, diese Gedanken lieber hier zu veröffentlichen. Schließlich wird sich wohl nicht nur die (fiktive) Pfarre Weizhof diese Frage stellen.
Ich werde kurz auf das „Warum" eingehen, bevor das „Wie" zur Sprache kommt. Und auch letzteres ist keine Schritt-für-Schritt-Anleitung oder eine allgemeine Einführung in Facebook. Denn: Wer eine gute Facebook-Präsenz aufbauen möchte, sollte auch sonst sein Netzwerk online pflegen. Viele Nuancen dieser sozialen Netzwerke erschließen sich nur, wenn man selbst privat zumindest ein wenig dort unterwegs ist. „Wasch mir den Pelz, aber mach mich nicht nass" ist in diesem Zusammenhang kein gutes Motto ;-)

Dazu gibt es eine relativ einfache Antwort: Um mehr Leute zu erreichen. Wer Flyer druckt, Plakate im Schaukasten aufhängt und Leute auffordert, ihre Freunde zu Veranstaltungen einzuladen, sollte sich auch über Soziale Netzwerke im Internet Gedanken machen. Nicht, weil es persönlichen Kontakt oder eine eigene, aktuelle Homepage ersetzt, sondern weil es ein weiterer Kanal ist, um junge Menschen zu erreichen.
„Social Networking" ist mittlerweile die Aktivität, mit der Internet-User am meisten Zeit verbringen. Mit einer Facebook-Seite holen wir sie daher dort ab, wo sie sich ohnehin aufhalten: Die Einladung zur nächsten Veranstaltung oder die Fotos der letzten tauchen dann einfach auf der eigenen Facebook-Startseite auf. Anstatt (wie bei der eigenen Homepage) passiv darauf warten zu müssen, dass jemand Informationen abholt, könnt ihr sie so aktiv verbreiten.
Und nicht nur das: Mit wenigen Klicks können alle, die die Information auf der eigenen Startseite vorfinden, selbst ihren Freundeskreis informieren. Es ist die moderne Form der Mundpropaganda - seit jeher die effektivste Form des Marketings!
Ersetzt eine Facebook-Seite daher die eigene Homepage? Nein. Ich würde Facebook mehr als eine Möglichkeit sehen, über Neuigkeiten auf der eigenen Homepage oder andere interessante Dinge hinzuweisen.
Da sich die ursprüngliche Frage auf Facebook bezogen hat, bleibe ich bei diesem Beispiel. Es gibt natürlich noch weitere Soziale Netzwerke (etwa Netlog oder das mittlerweile hauptsächlich statische StudiVZ), denen man Beachtung schenken kann - je nachdem, wo sich die eigenen Jugendlichen bzw. die eigene Zielgruppe aufhält.
Zu Beginn steht die Frage, ob eine Seite oder eine Gruppe angelegt werden soll. Vor einigen Wochen hat Facebook diese beiden Alternativen allerdings so stark angeglichen, dass der Unterschied nicht mehr so groß ist. Ich empfehle trotzdem Moment die Einrichtung einer Seite, solange ihr nicht vorhabt, nur ausgewählte Leute aufzunehmen. Das wäre nur mit einer geschlossenen Gruppe möglich. Wer Fan wird, sieht Postings dieser Seite auf der eigenen Startseite und kann dort kommentieren, auf „Gefällt mir" klicken oder es „teilen", es also auf die eigene Seite übernehmen.
Das nächstes ist die Frage der Zielgruppe und die Art der Informationen, die veröffentlicht werden sollen, wichtig: Welche Jugendlichen sollen angesprochen werden? Wie oft wird Neues gepostet? Werden nur Infos der Pfarre oder auch andere interessante Dinge aus dem Leben der Jugendlichen (Infos zu Festivals, Gewinnspiele, etc.) veröffentlicht? Wer Fan der Seite ist, kann zum „Admin" befördert werden und damit im Namen der Seite veröffentlichen. Das wird vielleicht nur eine Person, jedenfalls aber ein überschaubarer Kreis von Personen sein. Es ist im Nachhinein leider nicht ersichtlich, wer von den Admins eine bestimmte Information veröffentlicht hat, man muss sich in diesem Fall also absprechen!
Beim Anlegen der Seite sollte ein aussagekräftiger, nicht zu langer Name gewählt werden. Sobald die eigene Seite mehr als 25 Fans hat, kann man sich über facebook.com/usernames auch einen gut kommunizierbaren Link à la facebook.com/weizhof sichern, den man dann etwa auch auf Flyern aufdrucken kann. Neben den grundlegenden Informationen ist ein aussagekräftiges Foto ratsam: Eine kleine Version davon taucht wie oben im Screenshot sichtbar neben jeder Information, die gepostet wird, auf. Das eigene Logo oder ein anderes, wiedererkennbares Symbol (zum Beispiel aus dem Jugendraum) ist sicherlich eine gute Idee, von allgemeinen Symbolen (Kreuz, Fisch, etc.) würde ich abraten, da ist die Verwechslungsgefahr zu groß.
Wie kommt man nun zu Fans, die dann die Statusmeldungen der Facebook-Seite auf der eigenen Startseite sehen? Die eigenen Freundinnen und Freunde einzuladen ist in jedem Fall ein Anfang. Bewährt haben sich auch Aufforderungen an die bestehenden Fans, ihren Freundeskreis einzuladen - als kleinen Anreiz kann es für die geworbene und die werbende Person eine kleine Belohnung geben, wenn eine bestimmte Anzahl von Fans erreicht wurde. Facebook bietet außerdem sogenannte „Badges" für die eigene Homepage an: Diese können üblicherweise einfach eingebunden werden, zeigen einen kleinen Ausschnitt der aktuellen Infos auf der Facebook-Seite und laden so ein, selbst ein Fan zu werden.
Sind die Rahmenbedingungen geklärt und die ersten Fans vorhanden, kann es schon losgehen. Postet mindestens dreimal in der Woche. Überlegt, zu welcher Zeit die meisten eurer Fans vor dem Computer sitzen und postet dann. (Bei Jugendlichen wird das meist der frühe Nachmittag sein, wenn sie aus der Schule kommen.) Eine gute Möglichkeit ist, Fotos von gemeinsamen Veranstaltungen hochzuladen und Leute zu verlinken. Dazu muss der Admin aber mit diesen Leuten befreundet sein. (Und die Leute müssen damit einverstanden sein, dass ihr die Fotos hochladet!) Nutzt die Möglichkeiten des Sozialen Netzwerks, mit euren Fans in Kontakt zu treten! Das heißt, verbindet eure Postings mit eine Frage oder etwa der Aufforderung, Feedback zu geben, sofern ihr schon ausreichend Fans habt. Natürlich gehört dazu, auf die folgenden Kommentare eurer Fans auch zu reagieren. Vorsicht, auch bei dieser Antwort taucht der Name der Seite, nicht der des postenden Admins auf:

Übrigens: Eine neue Statusmeldung mit einem Bild, ein Link oder ein Video erregen üblicherweise mehr Aufmerksamkeit als eine simple Textmeldung.
Es gibt noch unzählige weitere Möglichkeiten: Facebook erlaubt es, Anwendungen zu erstellen auf der eigenen Seite einzubinden, damit sind die Optionen nahezu unbegrenzt. Das erfordert allerdings etwas mehr technisches Know-How und würde den Rahmen dieses ohnehin langen Eintrags sprengen. Unterhalb stattdessen eine kleine Link-Sammlung von allfacebook.com, einer guten Quelle für Informationen über Marketing-Möglichkeiten auf Facebook.
Heute veranstaltet die Katholische Jugend der Erzdiözese Wien eine Schulung zum Thema Web 2.0. Mario Ulm, der dort lange als Webmaster gearbeitet hat und entscheidend an der neuen Homepage mitgearbeitet hat, wird die Unterlagen danach auf sein Weblog stellen - ein Blick darauf zahlt sich sicher aus. Wer Interesse an einer Wiederholung oder Erweiterung, kann gerne mit mir in Kontakt treten, ich leite das dann gesammelt weiter.
Noch ein offenes Wort zum Abschluss: Das Web ist eine schnelllebige Angelegenheit. Ich bin mir sehr sicher, dass wir schon in drei Jahren über ganz andere Plattformen sprechen werden und Facebook unter Umständen das sein wird, was heute die Besucherzähler und blinkenden Animationen auf Websites aus dem Jahr 1998 sind. Trotzdem: Diese Chance kann man sich nicht entgehen lassen. Wie der mittlerweile emeritierte Wiener Weihbischof Krätzl einmal gesagt hat: „Als Jesus sagte ‚Geht hinaus in die Welt und verkündet das Evangelium' hat er nicht gemeint, mit Sandalen und Stock um die Welt zu ziehen."
Welche interessanten Links fehlen in dieser Liste? Was macht eine gute Facebook-Seite aus? Kommentare und Ergänzungen sind gerne gesehen.
Interessante Links von allfacebook.com:
How To Develop A Facebook Page That Attracts Millions of Fans
How To Attract 3,000 Fans In 30 Days
How To Create An Irresistible Facebook Photo
5 Ways To Instantly Boost Your Facebook Page Traffic
Exploring The Long Tail Of Facebook Pages
Vier aktive kirchliche Facebook-Seiten:
Katholische Jugend Allerheiligen-Zwischenbrücken
Forum Jugend Breitensee
Katholische Jugend der Erzdiözese Wien
Katholische Jugend & Jungschar Region Neusiedl
Update: Katholische Jugend Österreich :)
Nun hab auch ich Gelegenheit endlich im Weblog vorstellig zu werden, und dann gleich mit so einer spannenden Neuigkeit.
PREMIERE!!! Zum allersten Mal fand der Erweiterte Bundesvorstand der KJÖ statt. Im Rahmen des Strukturprozesses der im April auf der Bundeskonferenz abgeschlossen wurde, einigten wir uns darauf einmal im Jahr so einen Erw. Buvo durchzuführen.
Warum?
Erstens um mehr Austausch zwischen den Diözesen zu ermöglichen, um z.B. gemeinsame Projekte zu entwickeln.
Und zweitens um ein Thema für unseren Jahresschwerpunkt auszuwählen. Auch der ist neu. Im Arbeitsjahr 2009/2010 wird es zum ersten Mal in ganz Österreich Projekte und Veranstaltungen geben, die sich unserem Jahresschwerpunkt widmen.
Mit der Frage nach dem Jahresschwerpunkt starteten wir den Buvo am Freitag. Viele Themen wurden eingereicht und auf dem Buvo zuerst "behirnt", was man denn bei den einzelnen Themen alles machen könnte. Dann begann eine sehr spannende, engagierte aber faire Diskussion, welches Thema wir denn jetzt nehmen sollten. schließlich ging dann "Zivilcourage" als Sieger hervor. Eine Vorbereitungsgruppe wird Möglichkeiten zu diesem Thema zu arbeiten vorbereiten (Aktionen, Gruppenstunden, Projekte, ...), damit dann im Arbeitsjahr 2009/2010 richtig durchgestartet werden kann. Toll gefunden hab ich die große Bereitschaft der Diözesen in dieser Gruppe mitzuarbeiten. Da wird ein wunderbar motiviertes Team bald die Arbeit aufnehmen.
Am Abend feierten wir eine stimmungsvolle Messe in einer nahegelegen Kapelle, bevor wir uns beim gemütlichen Ausklang des ersten Tags dem ungezwungenen Austausch widmeten.
Der zweite Tag wurde genutzt, um sich zu Themen wie Jugendarbeitslosigkeit, Spiritualität, Mariazell, und vielen Anderen auszutauschen. Bemerkenswert waren die vielen konkreten Ideen und weiteren Schritte, die hier schon geplant wurden. Ich denke, da ist einiges im Entstehen.
Besonders gefreut hat mich, dass so viele Leute auf dem Buvo waren und am Jahresschwerpunkt mitgestalten wollten.
Mein persönliches Highlight an diesem Wochenende war aber ein anderes :-)
Aber darüber wird Stephan bald berichten.
Noch mehr Photos findest du hier.


Einige sehr intensive Tage liegen hinter mir: Von meinem Studienort in Finnland aus habe ich mich zuerst privat Richtung Frankfurt aufgemacht, um dann über Wien weiter nach Szombathely zur Jugendpastoralkonferenz zu reisen.
Rund um den Mitteleuropäischen Katholikentag in Mariazell im Jahr 2004 hat ein Jugendtreffen mit 6000 Jugendlichen stattgefunden. Das Team von damals widmet sich auch heute noch dem Austausch zwischen katholischen Jugendorganisationen Mitteleuropas und hat daher zu dieser Konferenz eingeladen. X Menschen aus Österreich, Ungarn, Bosnien-Herzegowina, Polen, Slowenien, Slowakei, und Tschechien haben den teilweise recht langen Weg auf sich genommen. Und es hat sich ausgezahlt:
Eröffnet wurde die Konferenz durch einen eher langatmigen Vortrag eines Soziologen, der allerdings grundsätzlich interessante Daten zur Religiosität von Jugendlichen aus den teilnehmenden Ländern präsentiert hat. Leider war Österreich in der Studie nicht vertreten, trotzdem gab es bemerkenswerte Unterschied zwischen den einzelnen Ländern, die Ausgangsbedingungen für Jugendarbeit könnten unterschiedlicher nicht sein.
Abends waren die Länder aufgefordert, sich einander gegenseitig vorzustellen. Geworden ist es mehr ein fröhliches „Sing mit, tanz mit": Neben Walzer haben wir Polka, einen Tanz zu Tarzan & Jane (Danke, Bosnien-Herzegowina!) und einem ungarischen Volkstanz haben besonders die Leute aus Slowenien (oder Slovenia, wie sie nicht müde wurden zu betonen) mit einem Volkslied für gute Unterhaltung gesorgt.
Mein persönliches Highlight war jedenfalls der Freitag: Am Vormittag wurde in verschiedenen Themengruppen diskutiert, ich durfte das Thema „Soziale Brennpunkte in der Jugendarbeit" moderieren. Daraus hat sich eine sehr interessante Diskussion über die Tradition von Freiwilligenarbeit entwickelt: Während diese in vielen der ehemals kommunistischen Staaten schlecht verankert ist (und überhaupt das Engagement der Kirche in sozialen Fragen oft abgelehnt wird), ist die Situation etwa in Bosnien ganz anders. Die Teilnehmerin erzählte, dass es für viele Jugendliche selbstverständlich ist, soziale Arbeit zu leisten: Kinder im Waisenhaus besuchen, Obdachlose betreuen etc. Ein nicht unwesentlicher Grund: Die Erfahrung, dass man sich auf den Staat nicht verlassen kann. Daraus hat sich dann die Frage ergeben, wer denn für Menschen in Not Verantwortung übernehmen muss und wer dafür besser geeignet ist: Der Staat oder die Kirche? Unser Fazit bezogen auf die aktuelle Situation der Kirche war: Obwohl uns das seelische und körperliche Wohl der Menschen ein Anliegen sein muss, delegieren für die Verantwortung für letzteres gerne irgendwo anders hin: Etwa an den Staat oder an die Caritas (durch eine Spende, die uns nicht weh tut).
Am Nachmittag wurden verschiedene „Best Practices" vorgestellt. Ein jährlich stattfindendes Festival für 100.000 Jugendliche in Lednica (Polen) hat mich besonders fasziniert, das möchte ich mir kommenden Juni gerne ansehen.
Abgesehen von diesen inhaltlichen Impulsen fasziniert mich noch etwas ganz besonders. „Europa wächst zusammen und wir sind ein Teil davon", hat es im abschließenden Segen geheißen. Auch für einen politisch und kulturell interessierten Menschen hat die persönliche Begegnung mit so vielen jungen Leuten aus unseren Nachbar- und Nachbarnachbarsländer jenseits des vor 20 Jahren gefallenen „Eisernen Vorhangs" hat viel dazu beigetragen, die Mauer in meinem Kopf abzutragen.



Keine Angst, ich hab das Ganze nicht falsch verstanden und gedacht ein Blog ist nur eine einmalige Eintragung ... Deswegen heute nach langer Pause endlich wieder mal ein Lebenszeichen meinerseits.
Wobei gleich zu Beginn erwähnt werden muss, dass eine lange Schreibpause nicht bedeutet, dass sich nichts tut bei uns, im Gegenteil.
Ich bin also viel herumgekommen in letzter Zeit und hab dabei auch viel sehen und lernen dürfen:
Zum Beispiel durfte ich die Diözesanjugendmesse „Fortsetzung folgt..." der Diözese St. Pölten besuchen und so, in eine für mich neue Diözese hineinschnuppern.
Beim Treffen des AKEPÖ (Arbeitskreis Entwicklungspolitik Österreich), also sozusagen beim bundesweiten Gremium vom Netzwerk Entwicklungspolitik (Enchada), „ackerten" wir einen ganzen Tag „um" (so das Motto) und waren, wie ich meine, recht produktiv.
Außerdem trafen wir uns, um kreative Ideen zu spinnen, was das Projekt „72h ohne Kompromiss 2010" betrifft - alle Beteiligten waren echt topmotiviert beim Kreativteam.
Und diese Woche durfte ich zum ersten Mal beim „Enchada-Cafe" dabei sein und mir den Bauch mit Schokolade vollschlagen - echt empfehlenswert.
Jetzt gerade, bereiten wir uns selbstverständlich auf den erweiterten BuVo (Bundesvorstand) mit dem anschließenden Ehrenamtlichen-Treffen vor, der auch schon nächstes Wochenende in Salzburg stattfinden wird.
Also keine Gefahr der Langeweile in Sicht.
Mit dem Vorsatz auf häufigere Einträge verabschied ich mich bis zum nächsten Mal und kann allen engagierten Leuten, die ich bei allen möglichen Veranstaltungen und Treffen getroffen hab, an dieser Stelle nur „thumbs up" deuten!
Macht's gut!
Im aktuellen Falter ist eine etwas befremdliche Kolumme zu finden, auf die ich mit folgendem Leserbrief reagiert habe. Danke an Ingrid, Matthias und Wolfgang für das rasche Feedback zum ersten Entwurf.
Zur Kolumne: Speibe- statt Bleiberecht
Es ist schlichtweg falsch, dass sich die Katholische Jugend nicht zu „rassistischen Psychopathen" äußern würde. Als eine der größten Jugendorganisationen Österreichs ist uns das konsequente Auftreten gegen jede Form von Rassismus ein großes Anliegen, das wir bei unterschiedlichen Gelegenheiten unterstrichen haben: Unter dem Motto „Kulturvernetzung statt Volksverhetzung" haben wir uns gemeinsam mit anderen Jugendorganisationen im Juni der Initiative von Nationalratspräsidentin Barbara Prammer gegen menschen- und religionsverachtende Parolen in der Politik angeschlossen. Die T-Shirts der Initiative „Ich bin Ausländer -fast überall" haben deutlich gemacht, dass auch wir Fremdenhass zum „Speiben" finden. Im Gegensatz zu manchen Schreibtischtätern belassen wir es nicht bei schönen Worten, sondern setzen konkrete Schritte, um Vorurteile bei jungen Menschen keine Chance zu geben: Aus diesem Grund hat etwa vergangenes Jahr in Wien unter dem Titel „kick'n'pray" ein interreligiöses Fußballturnier stattgefunden. Zahlreiche Behelfe unterstützen die zehntausenden KJ-Ehrenamtlichen in Österreichs Pfarren, die tagtäglich wertvolle Aufklärung und Sensibilisierung in ihrer Arbeit mit Jugendlichen leisten. Alles andere wäre mit unserem christlichen Glauben und der Überzeugung, uns auf dieser Basis für eine bessere Welt einzusetzen, nicht vereinbar.
Stephan Bazalka
Ehrenamtlicher Vorsitzender der Katholischen Jugend
Nachdem wir Freitag und Samstag in Salzburg beim Buvo (Bundesvorstand) verbracht haben, bin ich wieder wohlbehalten in Wien gelandet.
Zur kurzen Info für die, die sich unter einem Bundesvorstand genauso viel vorstellen können, wie ich vor noch kurzer Zeit: Der Bundesvorstand tagt immer in Salzburg, wegen der geographischen Vorteile und besteht aus je einem Vertreter der Diözesen, einigen Bundesstellen-Mitarbeitern und der Geschäftsführung, weswegen wir auch dabei sind.
Unsere Aufgabe ist es einerseits durch das Programm zu führen und andererseits immer wieder mal Inhaltliches von uns zu geben.
Kurzum ich find's jedes Mal wahnsinnig interessant auf der einen Seite, doch auch ermüdend auf der anderen.
Wir durften dieses Mal zwei neue Gesichter in unserer Mitte willkommen heißen: Daniela Hyza und Dominik Mach, zwei neue Mitarbeiter der Bundesstelle, waren zum ersten Mal dabei und haben sich gleich recht gut geschlagen, wie ich finde. (Wir waren also nicht mehr die ganz Neuen ;-))
Themenmäßig war von „Mariazell 2010" angefangen, über „72 Stunden ohne Kompromiss" und der bald anstehenden Jugendpastoralkonferenz in Szombathely, Ungarn, noch viel anderes dabei.
Zu den oben genannten Veranstaltungen, aber auch gleich eine große Bitte an euch: Wie ihr ja wisst, gibt's nächstes Jahr einiges zu tun und deswegen zählen wir auf eure Unterstützung bei den großen Events.
Vor allem hoffe ich, ganz viele tatkräftige Leute in und um Mariazell zu sehen, denn ich denke, dass wir das Angebot der Bischöfe mit uns in Dialog zu treten auf alle Fälle wahrnehmen wollen und es als große Chance, und auf keinen Fall nicht nur als noch mehr Arbeit sehen sollen.
Ich weiß nicht wie viele schon von der Jugendpastoralkonferenz in Ungarn gehört haben, aber ich bin sicher, dass es eine super Möglichkeit ist, sich mit außerösterreichischen Leuten, die auch in der katholischen Jugendarbeit tätig sind, auszutauschen. Und ich find, neue Leute kennen lernen und sich austauschen können, ist immer gut. Also wer Lust auf Reisen im November (von 12.-14.) bekommen hat, soll sich am besten mit seiner Diözese koordinieren, denn es gibt noch Plätze.
Soweit ein kurzer (oder auch schon ein bisschen längerer) Bericht vom letzten Wochenendgeschehen.
Macht's gut!
Ingrid
Und los geht's:
Also: Viel Spaß mit dem aufgemotzten Weblog!
Danke für die ersten Rückmeldungen zum Weblog. Klar: Hier fehlt noch einiges. Aber keine Sorge: Die rechte Spalte wird bald befüllt und auch an einer Möglichkeit zum Kommentieren und Weiterverbreiten (Facebook etc.) wird gearbeitet. Denn wie hat mein Kollege Matthias meinte: Ein Weblog ohne Kommentarfunktion ist eher ein MonoLOG ;-)
Vergangenen Freitag und Samstag war übrigens Bundesvorstand in Salzburg. Ich war nur kurz per Sykpe zugeschaltet und habe meine Arbeitsaufträge abgeholt, nähere Infos kommen dann von Matthias und Ingrid.
Nun, der erste Eintrag war noch etwas optimistisch. Die eine oder andere technische Panne und der eine oder andere Urlaub haben uns leider daran gehindert, etwas rascher zur Tat zu schreiten. Wir geloben Besserung.
Eine Menge Dinge beschäftigen uns gerade auf Bundesebene: Über den Sommer haben uns einige langjährige Mitarbeiterinnen verlassen - Danke an dieser Stelle noch einmal an Lisi, Svenja und Luise. Nachfolgerinnen und Nachfolger sind bereits gefunden und voller Eifer gestartet. Seit Montag wird wieder intensiv an der Neuauflage von "72 Stunden ohne Kompromiss" gearbeitet, für Mariazell 2009 wird dieser Tage ein erster Ablauf beschlossen. Auf der Homepage-Front hat sich über den Sommer auch einiges getan, nach der KJÖ sind auch die KJ Wien und die KJ Oberösterreich gestartet, und das war noch lange nicht alles.
Soviel fürs erste, ich bin gespannt auf die Berichte von Ingrid und Matthias vom Bundesvorstand am kommenden Wochenende, ich werde hier in Finnland an euch denken!
Wow, der erste Blog-Eintrag meinerseits! Man könnte sagen, lang hat's gedauert, aber ich seh's lieber von der anderen Seite, also pünktlich zum Beginn des neuen Arbeitsjahrs geht's los mit dem Bloggen. ;-)
Seit unserer Wahl ist uns zugegebenermaßen nicht fad geworden. Ich will euch jetzt aber vor einer genauen Erzählung der Ereignisse der letzten Monate verschonen.
Nur soweit: Wir haben versucht uns so gut und schnell wie möglich in unsere Aufgaben einzuarbeiten. Ob das geklappt hat, überlass ich eurer Kritik. (Das soll jetzt eine indirekte Aufforderung an die Vorsitzenden der Diözesen sein, sich bei etwaigen Fragen, Anregungen oder Beschwerden wirklich bei uns zu melden und das Angebot der Bundesstelle in Anspruch zu nehmen.)
Ich durfte in der letzen Zeit auch schon die Vorzüge eines Vorsitzendenamtes genießen und bin in den Sommerferien eine Woche nach Bulgarien zu einem Seminar der Katholischen Jugend Land auf Europaebene (MIJARC) geflogen und Samstag vor einer Woche nach Slowenien zu einem nationalen Treffen der Katholischen Jugend Slowenien gefahren. Irrsinnig interessant wie's so in anderen Ländern läuft und was die so auf die Füße stellen.
Letzten Freitag habe ich gemeinsam mit den Vorsitzenden der KJ Wien den Tag in einem Medientraining verbracht. Dort haben wir versucht unsere Fähigkeiten gegenüber Medien und den dazugehörigen Journalisten zu verbessern. Es war, kurz zusammengefasst, sehr lehrreich, doch haben wir trotzdem vergeblich auf ein Wundermittel gegen „böse" Journalisten und ihre Fragen gewartet. Wir haben uns aber auf alle Fälle unseren Spaß bei den zwar gestellten, doch sehr realitätsnahen Radio- und Fernsehinterviews, gemacht. Ist schon ein komisches Gefühl sich dann selbst im „Fernsehen", zumindest halt auf einem Bildschirm, zu sehen.
Naja, ich würd sagen, so weit so gut für heute. Ich will's ja auch nicht übertreiben und euch gleich beim ersten Blog zu Tode langweilen. ;-)
Ich wünsch euch einen guten und energiereichen Start ins neue Arbeitsjahr!
Bis zum nächsten Mal!
Am 26. April wurden drei neue Vorsitzende der Katholischen Jugend Österreich gewählt. Genau eine Woche später geht ihr Weblog online.
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